Die edition 8×8 von und für Geschickte

Gymnastik mit Schwester Adelheid oder mit Kapitän Bratcovicz durch Raum und Zeit?

Das Werkstatt-Atelier von Martin Graf auf der Veddel steht nicht still. Zwischen Schneideund Druckmaschine wackeln und bewegen sich Adelheid, Kapitän Bratcovicz, Spidermän, Süpermän und Co. um die Wette. Aus Ausschneidebögen in Kartonqualität entstehen witzige Figuren, Szenen, Modelle, Pop-ups und Mobiles. Geschickt muss man sein. Genau wie Erfinder und Inhaber Martin Graf. „1998 fing ich mit kleinen Büchern im 8×8-Format an, daher der Firmenname. Kurze Illustrationen. Dann folgte ein Theaterstück ‚Pension Waldesruh‘, eine tragische Komödie. Dafür entwickelte ich zum ersten Mal einen Ausschneidebogen, um die Szenen des Stückes nachzustellen. Das Entwickeln machte mir so viel Spaß, sodass es mittlerweile 50 verschiedene Pappmodelle zum Selbstbauen gibt. Fast alle haben bewegliche Teile mit Funktion,“ erklärt Martin Graf seinen Weg. Schwester Adelheid, die Nonne, wackelt somit vor und zurück mit ihrem mächtigen Busen, Grimaldi, der große Zauberer, lässt als Pappensemble den Hasen verschwinden und Marco Polo geht „Auswärts Essen“ als Pop-up in China.

Seit eineinhalb Jahren gibt es das Atelier in der Slomanstraße 27 auf der Veddel. „Ich war neugierig auf diese Ecke Hamburgs. Der Völkermix ist spannend. Eine Lehrerin erzählte, dass sie Kinder aus 52 verschiedenen Nationen an der Schule unterrichtet,“ berichtet Papierkünstler Graf. Der Malereistudent aus Nürnberg hat an der ehemaligen Armgartstraße, heute Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Illustration studiert. Sein Stil ist unverkennbar. Adelheid und Co. besitzen den naiven Retro-Charme der ehemaligen DDR. „Sicherlich sorgt auch meine Drucktechnik für die starke Wiedererkennbarkeit. Auf meiner Einfarben-Offsetdruckmaschine drucke ich alles selbst in zwei Farbgängen und erziele die dritte Farbe durch die Überlagerung. Grün und Rot ergeben zum Beispiel Braun,“ erklärt Martin Graf die Technik. Bei 48h Wilhelmsburg war er dabei. Privat mit seiner Tuba bei „Fanfare Iserbrook“ direkt am Brunnen in der Slomanstraße. Aber auch mit der edition 8×8. „Das Thema war ja Musik, daher haben meine Besucher gern das Papierophon gebaut. Ein Papierplattenspieler für 45er-Singles, bei dem eine einfache Nadel als Tonabnehmer fungiert“, erzählt der Pappdesigner begeistert. Nächster Termin sind die Kunst- und Ateliertage am 13. & 14.09., da nimmt das 8×8-Atelier am 14.09. teil. Alle Produkte wie auch Koch- und Notenbüchlein, Schmuckmarken und Kurzgeschichten gibt es auf der Homepage zu bestellen.

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Wer die kleinen Papierkunstwerke live sehen möchte, ist am 14.09. herzlich willkommen, oder er verabredet sich mit Martin Graf in seinem Atelier Feste Öffnungszeiten gibt es nicht, da bleibt der Papierkünstler seiner Linie treu – Bewegung ist alles!
Kontakt: www.edition8x8.de