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Öffnet die Alte Schleuse ihre Tore noch?

Um die Erschließung des Reiherstiegviertels für Industrie und Werften zu erreichen, wurde 1896 die Alte Schleuse im Veringkanal gebaut und später, da sie für den Hochwasserschutz zu niedrig war, durch ein Sperrwerk verstärkt. Bis heute haben sich nur ein Holzverarbeitungsbetrieb und die Nordischen Ölwerke als gewerbliche Nutzer erhalten, was zum Erliegen des Schiffbetriebes im Veringkanal führte. 2013 wurde die Alte Schleuse renoviert, da sie als „historische Industrieanlage“ unter Denkmalschutz steht.

Und ja, tatsächlich. Bis heute wird die Kammerschleuse noch handbetrieben. Von Schleusenmeister Wrage. Insgesamt acht Tore, die es zu öffnen gilt. Je zwei Stemmtorpaare am Außen- und am Binnenhaupt. Freizeitschiffer und Barkassen werden noch, unabhängig der Tide, geschleust. Die Wassergefährte können bis zu 60 m Länge und 7 m Breite messen. Nach Terminabsprache und auch gerne ab 15 Uhr, da der Schleusenmeister diese Arbeit nebenberuflich macht. Telefonisch zu erreichen ist er allerdings so gut wie immer. 25,- Euro kostest eine Schleusung. Hört sich erst mal viel an, wenn man aber bedenkt, dass damit 2 Stunden Arbeit und das Sauber- und Instandhalten der Schleuse sowie der umliegenden Gebiete verbunden ist, nicht viel. Leider kommt es durch die extreme Müllbelastung im Kanal auch mal vor, dass ein Taucher beauftragt werden muss, ein festgeklemmtes Tor wieder freizulegen. So ein Einsatz kostet dann gerne auch mal 2000,- Euro. Von Matrazen über Teppiche und Einkaufswagen kommt so einiges zum Vorschein. Sehr schade.

Und wem der Blick auf die Alte Schleuse von der Wasserseite aus zu abenteuerlich ist, der kann nun von der 2013 im Rahmen der IGS gebauten Fußgängerbrücke als Teil des Loops einen Blick riskieren. Ein angelegter Spazierweg am Wasser entlang gibt einen Einblick in die Wassertechnik der Schleuse.