Werbung

Bildschirmfoto 2015-02-11 um 13.50.33

Werbung

Das Ate­lier­haus 23 — Struk­turen nehmen For­men an — Car­la Bin­ter

[one_third]

Die Wasser­wand mit Kinobestuh­lung in der Wasser­welt der igs Garten­schau? Klar, hab ich die gese­hen und fand sie wun­der­schön! 56 Blau-Nuan­cen auf ein­er Fläche von 8 x 3,50 Metern. Haupt­darsteller wie immer, wenn es aus den Hän­den von Car­la Bin­ter kommt- Keramik! Und die erstrahlte ganz der Lei­den­schaft der Keramik­erin entsprechend nach dem Mot­to: „Struk­turen nehmen For­men an, oder auch umgekehrt!“

ON-Unbenannt - 19

Ein Jahr lang arbeit­ete die aus­ge­bildete Keramik­erin zusam­men mit den Land­schaft­sar­chitek­ten vom Büro Hunck und Lorenz das Gestal­tungskonzept für die Wasser­wand aus. „Wir wur­den von der igs beauf­tragt und legten dann ver­schiedene Entwürfe für die Gestal­tung eines The­men­gartens in den Wasser­wel­ten vor, Das Ganze vor der Kulisse des Kino­raums Aquat­i­ca mit dem Unter­wasser­film. Dabei ging es auch um die Fläche rund um die Keramik­wand, denn auch die Bepflanzung gehörte mit in unser Gesamtkonzept, “ erin­nert sich Car­la Bin­ter gerne. Vor­ab wur­den Zeich­nun­gen gemacht, keramis­che Muster erstellt um zu testen wie sich das Wass­er ver­hält, wenn es denn leise die Wasser­wand runter rin­nt und über alle For­men und Struk­turen sein nass­es Netz legt. Seit Ende der igs ist nun das Wass­er aus Kosten­grün­den abge­dreht. „Es wird ger­ade geprüft ob noch ein Etat für die Wasserbe­spielung da ist. Indessen repariere ich die ersten Schä­den. Die unteren Glas­fen­ster wur­den eingeschla­gen. In der Hoff­nung dass weit­ere Zer­störun­gen aus­bleiben und das Wand­bild den Insel­park noch viele weit­ere Jahre schmückt, ohne beschädigt zu wer­den, “ berichtet die Kün­st­lerin vom aktuellen Stand.

In ihren Berufen Erzieherin und Krankenpflegerin war sie nicht lange beruf­stätig, bis sie Mitte der Achziger ihrer keramis­chen Lei­den­schaft nach­gab und eine Aus­bil­dung zur Keramik­erin machte. Seit 1989 lebt die gebür­tige Münch­ner­in in Ham­burg und ist sei­ther mit eigen­em Ate­lier selb­ständig tätig. Zulet­zt bevor es sie nach Wil­helms­burg zog in Ottensen. 2009 erwachte dann das Wil­helms­burg Fieber bei ein­er Ver­anstal­tung der IBA. „Räume für die Kun­st“ zu erschwinglichen Mieten lautete das Pro­jekt. In den Ver­inghöfen direkt am Ver­ingkanal sollte aus dem damals recht unspek­takulär ausse­hen­den Fab­rikge­bäude der Merkel­w­erke ein Ate­lier­haus entste­hen. Ger­ade zuvor war ein türkisches Ehep­aar als Inhab­er mit dem Ziel am Stan­dort Ver­inghöfe ein Einkauf­szen­trum mit Namen „Kubi­cen­ter“, gescheit­ert.

[/one_third]

[one_third]

Mit der IBA Pro­jekt Beauf­tra­gen Ger­ti The­is ging es schließlich voran. Aus dem Fab­rikge­bäude ent­stand nach 4 Jahren Pla­nung und Vere­ins­grün­dung das Ate­lier­haus 23 mit der Kün­stler­Com­mu­ni­ty im Vere­in zur Förderung von Kun­st und Kul­tur in den Ver­inghöfen e.V.. Seit dem leben die unter­schiedlich­sten Kreativ­en in 44 Ate­liers und Stu­dios unter einem Dach. „Genau die Gemein­schaft habe ich immer gesucht. Wir haben einen regen Aus­tausch in der Entwick­lung unseres gemein­samen kün­st­lerischen Pro­fils. Das Kün­stler­haus auch über die Elbe in der Ham­burg­er Kun­st­szene bekan­nt zu machen und zu etablieren ist nun der gemein­same Weg. Ich freu mich sehr über die ersten gelun­gen Koop­er­a­tio­nen mit Kün­stlern aus dem Haus und den umliegen­den kreativ­en Orten. Das Wand­bild Paradies auf Erden und die Gedenk­tafel zu Ehren der Zwangsar­bei­t­erin­nen der Merkel­w­erke an der Süd­seite des Ate­lier­haus­es, sind zum Beispiel mit Kün­stlern der Honig­fab­rik und der Geschichtswerk­statt ent­standen, “ berichtet Car­la Bin­ter glück­lich über das kon­spir­a­tive Miteinan­der der Com­mu­ni­ty und der kreativ­en Nach­barschaft.

Als Grün­dungsmit­glied war sie von der Bau­pla­nung und Vere­ins­grün­dung an dabei und kon­nte so eines der schön­sten Ate­liers zu ihrem machen. „Für mich war die gute Zuwe­gung wichtig, da ich auch Keramik- Kurse gebe und Pub­likumsverkehr habe. Hier im Erdgeschoß, mit direk­tem Zugang, habe ich schön viel Licht und einen pri­ma Aus­blick. Vorne auf unsere Frei­fläche und hin­ten aus dem Fen­ster blicke ich auf den Kanal,“ erk­lärt Car­la Bin­ter dankbar über ihr 60 Quadrat­meter großes Werk­statt-Ate­lier und ver­weist auf die freien Plätze in ihren beliebten Keramik- Kursen.

ON-Unbenannt - 16Im Haus ist immer Bewe­gung. Viele Mieter sind seit ca. einem Jahr dabei, andere kom­men und gehen. Somit kann der Vere­in meis­tens freie Räume zur Miete anbi­eten. Bei Inter­esse kann über die Home­page Kon­takt hergestellt wer­den.

Ihre Kun­st in Keramik auszu­drück­en hat sie zuerst zum The­ma „Pflanzen und Gefäße“ geführt. „Mein per­sön­lich­er Gestal­tungsauf­trag war eine har­monis­che Verbindung zwis­chen Pflanze und Gefäß herzustellen. Mein näch­stes The­ma war der Brun­nen­bau. Zim­mer­brun­nen oder auch größere für öffentliche Ein­rich­tun­gen. Aktuell beschäftige ich mich mit drei unter­schiedlichen Bere­ichen. Ich arbeite mit Schulen und anderen sozialen Ein­rich­tun­gen um Jugendlichen die Möglichkeit zu geben ihr Gestal­tungspoten­zial öffentlich, aber legal auszuleben.

[/one_third]

[one_third_last]

Dabei ent­stand das Wand­bild an der Rück­seite des Gewer­be­hofes am Kanal. Beim The­ma „Paradies auf Erden“ waren sich die Jugendlichen der HoFa (Honig­fab­rik) und der BI (BI Beruf und Inte­gra­tion Elbinseln) einig- Musik- gehört zu paradiesis­chen Zustän­den.“ Die Musik ist daher das verbindende Ele­ment des gemein­schaftlich ent­stande­nen Wand­bildes.

„Mit dem Haus der Jugend und der Schule Stüben­hofer Weg erar­beite ich ger­ade große Fig­uren, welche als Sym­bol an den Ein­rich­tun­gen platziert wer­den sollen. Der Met­all­grund wird nach Entwür­fen der Jugendlichen, die Andreas Wencke aus dem Ate­lier­haus mit ihnen gebaut hat, mit Keramik­mo­saiken bek­lebt. In Vor­bere­itung sind auch Pro­jek­te, welche die Flüchtlinge, die im Spät­som­mer zwis­chen Ate­lier­haus und San­i­tas­traße ein kleines Con­tain­er­dorf erhal­ten, am Kanal willkom­men geheißen wer­den sollen. Zusam­men mit den Zin­nwerk­ern wird über­legt, wie wir eine finanzielle Unter­stützung dafür bekom­men, Kun­st­pro­jek­te mit den 123 Neuankömm­lin­gen zu real­isieren, die ihnen und uns ermöglichen, nach­barschaftlich in Kon­takt zu kom­men,“ berichtet Bin­ter motiviert.

ON-Unbenannt - 21

Vor Car­las Einzug Ende 2013 ins Ate­lier wurde sie auch pri­vat zum Wil­helms­burg­er Deern. „Wohnen im Grü­nen und Leben in Gemein­schaft, dass gefiel mir gle­ich an den Ham­burg­er Ter­rassen Häusern der IBA direkt am Insel­park. Dieser pri­vate und geschäftliche Umzug auf die Insel hat mein­er Kreativ­ität einen ganz neuen Schwung gegeben. Es ent­standen zum Beispiel eine Serie von Wan­dreliefs die die Sil­hou­ette der Insel oder reduziert, abstrakt die Wasser­adern abbilden. Den Keramikun­ter­grund ziert eine Struk­tur aus Elb­schlick. Darin ver­laufen aus Glas und Emaille, glitzernd glasiert in blau, die Wasser­wege.

Car­la Bin­ter freut sich darauf weit­ere Koop­er­a­tio­nen und Visio­nen auf der Insel zu find­en: „Ich kann hier weit­erwach­sen, weil hier so viele neue Struk­turen und For­men auf mich zukom­men und meine Kun­st prä­gen.“

Keramik Lieb­haber und alle die es in einem Keramik Kurs wer­den wollen wen­den sich gern an Car­la Bin­ter unter www.keramik-Carla-Binter.de. Das Ate­lier­haus hat die Adresse www.atelierhaus23.de.

[/one_third_last]